Jeder nur ein Handgepäck! Die Ansage vorm Jahresurlaub über drei volle Wochen mit Ziel Hawaii löst bei uns vieren unterschiedlichste Reaktionen aus. Auch der Hinweis, es gibt im Ferienhaus eine Waschmaschine und Läden sowieso, hilft nicht wirklich. Doch der Gedanke ist gepflanzt, und als wir beim Einchecken in Berlin-Tegel auf die Frage „Wo ist ihr Gepäck?“ schelmisch grinsen, ist die Abenteuerlust an Bord. Mit zwei Stopps geht es um die halbe Welt. Hawaii – das klingt gut, und wird genial. Dunkelheit und 25 Grad empfangen uns in Honolulu. Auf dem Flughafen läuft man sich für so eine kleine Insel einen Wolf und fährt mit dem Mietauto gefühlt noch länger bis ins Zentrum aller Urlaubsträume. Waikiki ist das Aushängeschild. Einen Tag später wissen wir, es ist der Ballermann im Pazifik. Kann man haben, muss man nicht. Tagsüber wird die Insel Oahu umrundet. Strände zum Träumen, Landschaften zum Staunen, Straßen, die Spaß machen und immer wieder Plätze zum Verweilen – von typisch Hawaii bis McDonalds. Nach zwei Tagen sind wir gar nicht böse, dass es weiter geht. Das Handgepäck ist um eine Tasche gewachsen (Souvenirs und ein bisschen Sand). 90 Minuten später landet die kleine Maschine mit höchstens 40 Plätzen in Hilo auf Big Island. Es regnet. Egal, das Auto ist eh kein Cabrio. Auf der größten Insel sieht der Plan Kilometerfressen vor. Die Angst, zu wenig Zeit eingeplant zu haben, schwindet mit jedem Kilometer. Die Landschaft ist toll. Aber Anhalten zwischen Wiesen und Lavagestein muss nicht immer sein. Als die Sonne sich dem Horizont nähert, wir immer noch keinen Plan haben, wo wir die Nacht bleiben, gerät die Ruhe in Gefahr. Das Tempolimit ebenso. Kailua empfängt uns mit Regen. Natürlich. Gleich das erste Hotel wird genommen und dann geht es auf Entdeckungstour. Der Magen knurrt und bekommt einen Traum. An der Bucht schlängelt sich eine Bummelmeile von traditionell bis Touri-Kneipe im bunten Gemisch. Aber: kein Ballermann. Hier bleiben wir! Den ganzen nächsten vollen Tag. Die Lava kann warten. Alles richtig gemacht. Auch einen Tag später ist der Nationalpark offen, die Lava erkaltet, zeigt Hawaii, woraus es besteht. Nur das Schauspiel von der ins Meer fließenden Lava ist abgesagt, der Strom aktuell versiegt. Dafür dampft es woanders. In den Nachrichten dreht sich alles um einen Ort, der Gefahr läuft, Opfer der Lava zu werden. Wir fahren hin, wollen in das Café, deren Besitzerin im Radio gerade noch gesagt hat, wir haben geöffnet bis wir weg sind. Der Plan ist Abenteuer, die Umsetzung stoppt die Polizei: Straße dicht. Bleibt das Gefühl, ganz dicht dabei gewesen zu sein. Mit sechs Handgepäckstücken geht es weiter. Kauai ist das Ziel. Eine Woche im Ferienhaus. Auf der Garteninsel. Dort, wo alles ruhiger zugeht und viel kleiner ist. Nach einer Woche prallvoll mit Erlebnissen muss das so sein. Im knallroten Cabrio nehmen wir auf der Insel mit den verschiedensten Klimazonen stets Reißaus vor dem Regen und lernen Strände kennen, für die traumhaft noch untertrieben ist. Und Bademeister, die echte Stimmungsbrecher sein können. „Ihr wollt mit dem Board hier rein. Lernt erst mal den Ozean verstehen“, donnert es vom Wächterturm. Ob der Tipp gut war, haben wir nicht heraus bekommen. Der nächste Strand war viel schöner. Nach 14 Tagen ist das Abenteuer vorbei. Mit neun Mal Handgepäck stehen wir am Gate. Höflicher Hinweis von der Stewardess mit der knallroten Blume im Haar: „Das ist eines zu viel. Pro Person sind nur zwei erlaubt.“ Weil was zu Essen aus einer Tüte schaut, wird diese als Verpflegung deklariert. Und mit acht Handgepäckstücken ist alles okay. PS: Bloß gut, dass wir uns auf der letzten Station vorm Heimflug von Freunden zwei Koffer leihen können. War übrigens vorm Reiseantritt schon so geplant.
MATTHIAS FRITZSCHE
Anmerkung von cube travel:
Diesen Reisebericht über eine von cube travel kreierte Reise haben wir im Berliner Kurier lesen können. Die Freude war natürlich sehr groß, dass es Familie Fritzsche so gut gefallen hat.
Freundlicherweise wurde uns eine Veröffentlichung der Meldung genehmigt.











